schwindelfrei am Bau - Martin Abegglen Bangkok Construction Workers - CC BY-SA 2.0

Schwindelfreie Berufe am Bau

In der Volkswirtschaft nehmen die Bauberufe eine ganz besondere Stellung ein. Durch die Arbeit an der Infrastruktur in den Städten sowie auf dem Land und die Aufrechterhaltung und Bildung von Verkehrsnetzen ist gesellschaftliches Leben erst möglich.

Durch die duale Ausbildung lernen Auszubildende in Deutschland in den Ausbildungsbetrieben und überbetrieblichen Ausbildungszentren sowohl die Theorie als auch die angewandte Praxis. Damit erlangen die Auszubildenden nach erfolgreichem Abschluss der Berufsausbildung die besten Voraussetzungen, um sich in dem erlernten Berufsumfeld zu integrieren oder sich darüber hinaus stetig weiterzubilden. Während der Ausbildung verdient der Auszubildende ein tariflich geregeltes Entgelt und kann somit bereits sein eigenes Geld verdienen.

Im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau sowie Reaktorsicherheit arbeiten die Dachverbände für das Bauen sowie die Berufsförderungswerke eng zusammen und betonen sowohl die Ökologie und Nachhaltigkeit nicht nur in klima- und ressourcenübergreifenden Berufen, sondern auch in allen anderen bauberuflichen Umfeldern. Die im Folgenden vorgestellten und gelisteten Berufe geben einen Überblick über schwindelfreie, umweltschonende Bauberufe der Zukunft. Da nahezu jeder Beruf in der Baubranche eine gewisse Form von Schwindelfreiheit verlangt, können nur einige hier vorgestellt und Voraussetzungen, Anforderungen und Lohn gelistet werden. Im Folgenden wären dies die Berufe: der Maurer/-in, Zimmerer/-in, Holz- und Bautenschützer/-in, Dachdecker/-in, Anlagenmechaniker/-in Heizungs- und klimatechnischer Anlagen, Elektroniker/-in der Energie- und Gebäudetechnik sowie Industriekletterer/-in.

Maurer/-in

Ausbildungsdauer: 3 Jahre
Ausbildungsart: Duale Ausbildung in Industrie und Handwerk
Ausbildungsort: Ausbildungsbetrieb und Berufsschule

Was macht der Maurer

Maurer/innen arbeiten in erster Linie auf Baustellen wie Rohbauten, sanierungsbedürftigen Altbauten im Freien oder Innenräumen. Dabei betonieren sie Fundamente, mauern bzw.
betonieren Außen- und Innenwände und fertigen Schalungen. Der Beton wird entweder selbst gemischt oder fertig geliefert und verarbeitet. Sie verputzen Wände, verlegen Estriche und arbeiten dabei mit Dämm- und Isoliermaterialien. Des Weiteren führen sie Abbruch- und Umbauarbeiten durch.

Beschäftigungsbetriebe für Maurer

  • Hochbauunternehmen
  • Betonbaufirmen
  • Sanierungsunternehmen
  • Fertighausbau

Anforderungen an Maurer

  • Kraft und Ausdauer, körperliche Konstitution
  • Geschicklichkeit und Maßgenauigkeit
  • Umsicht und Schwindelfreiheit (Arbeit auf Leitern und Gerüsten)

Schulfächer für Maurer

  • Mathematik (Baustoffbedarfsermittlungen, Flächenberechnungen)
  • Technik (Technisches Zeichnen, Gerätetechnik, Geometrie)
  • Physik (Dynamik, Kraft- und Hebelwirkung)

Monatslohn (tariflich) in der Ausbildung des Maurers

  • 1. Ausbildungsjahr: 609 bis 690 €
  • 2. Ausbildungsjahr: 836 bis 1.060 €
  • 3. Ausbildungsjahr: 1.056 bis 1.339 €

Zimmerer/-in

Ausbildungsdauer: 3 Jahre
Ausbildungsart: Duale Ausbildung in Industrie und Handwerk
Ausbildungsort: Ausbildungsbetrieb und Berufsschule

Was macht der Zimmerer/-in

Zimmerer/innen arbeiten in erster Linie an Holzhäusern und Dachkonstruktionen. Im Innenraum vertäfeln sie zum Beispiel Innendecken, errichten Treppen oder arbeiten an Türen und Fenstern. Sie sanieren Altbauten, vor allem Fachwerkhäuser und restaurieren historischen Holzarbeiten. Dabei arbeiten sie vorwiegend im Freien auf Baustellen, in einer Werkhalle oder in Werkstätten.

Beschäftigungsbetriebe für Zimmerer

  • Zimmerei
  • Holzbaubetrieb

Anforderungen an Zimmerer

  • Kraft und Ausdauer, körperliche Konstitution
  • Geschicklichkeit und Maßgenauigkeit
  • Umsicht und Schwindelfreiheit (Arbeit auf Dächern, Dachkonstruktionen sowie Leitern und Gerüsten)

Schulfächer für Zimmerer

  • Mathematik (z.B. Berechnungen von Werkstückmaßen und Materialbedarf)
  • Technik (z.B. Technisches Zeichnen, Gerätetechnik, Ökologie)
  • Physik (z.B. Werkstoffeigenschaften)

Monatslohn (tariflich) in der Ausbildung des Zimmerers

  • 1. Ausbildungsjahr: 609 bis 690 €
  • 2. Ausbildungsjahr: 836 bis 1.060 €
  • 3. Ausbildungsjahr: 1.056 bis 1.339 €

Holz- und Bautenschützer/-in

Ausbildungsdauer: 3 Jahre
Ausbildungsart: Duale Ausbildung in Industrie und Handwerk
Ausbildungsort: Ausbildungsbetrieb und Berufsschule (Ausbildung wird in verschiedenen Fachrichtungen angeboten)

Was macht der Holz- und Bautenschützer/-in

Holz- und Bautenschützer/innen sanieren und schützen die Oberflächen von Wänden und Böden im Innen- und Außenbereich. Damit führen sie vor allem vorbeugende Maßnahmen zum Schutz des Materials durch oder beheben vorhandene Schäden.

Beschäftigungsbetriebe für Holz- und Bautenschützer

  • Holz- und Bautenschutz Fachrichtung Holzschutz
  • Holz- und Bautenschutz Fachrichtung Bautenschutz

Anforderungen an Holz- und Bautenschützer

  • körperliche Konstitution (Tragen schwerer Teile)
  • Geschicklichkeit und Maßgenauigkeit (Spachteln und Abdichten)
  • Umsicht und Schwindelfreiheit (Arbeit auf Dächern, Dachkonstruktionen sowie Leitern und Gerüsten)
  • Sorgfalt (Einsatz von Insektiziden und Chemikalien)
  • Beobachtungsgenauigkeit (Symptomatik von Schadbefall)

Schulfächer für Holz- und Bautenschützer

  • Biologie (Schädlingsarten, Insektenkunde, Ökologie)
  • Technik (Gerätetechnik, Arbeit mit Werkzeugen)
  • Chemie (Chemikalien, chemische Zusammensetzungen)

Monatslohn (tariflich) in der Ausbildung des Holz- und Bautenschützers

  • 1. Ausbildungsjahr: 609 bis 690 €
  • 2. Ausbildungsjahr: 836 bis 1.060 €
  • 3. Ausbildungsjahr: 1.056 bis 1.339 €

Dachdecker/in der Fachrichtung Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik (SOLAR)

Ausbildungsdauer: 3 Jahre
Ausbildungsart: Duale Ausbildung in Industrie und Handwerk
Ausbildungsort: Ausbildungsbetrieb und Berufsschule (Ausbildung wird in verschiedenen Fachrichtungen angeboten)

Was macht der Dachdecker/-in

Dachdecker/innen decken Dächer und Fassaden mit Dachziegeln und Dachsteinen. Des Weiteren legen sie Wärmedämmungen und bieten die Voraussetzungen für Dachbegrünungen und Gärten. Sie montieren Konstruktionen für die Telekommunikation, für Solarsysteme, Regenrinnen und Blitzableiter.

Beschäftigungsbetriebe für Dachdecker

  • Betriebe des Ausbaugewerbes

Anforderungen an Dachdecker

  • körperliche Konstitution (Tragen schwerer Teile)
  • Geschicklichkeit und Maßgenauigkeit
  • Umsicht und Schwindelfreiheit (Arbeit auf Dächern, Dachkonstruktionen sowie Leitern und Gerüsten)

Schulfächer für Dachdecker

  • Technik (Bearbeiten von Werkzeugen, technisches Zeichnen)
  • Mathematik (Werkstoffmaße, Material, Kosten)

Monatslohn (tariflich) in der Ausbildung des Dachdeckers

  • 1. Ausbildungsjahr: 600 €
  • 2. Ausbildungsjahr: 750 €
  • 3. Ausbildungsjahr: 1.000 €

Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik

Ausbildungsdauer: 3,5 Jahre
Ausbildungsart: Duale Ausbildung in Industrie und Handwerk
Ausbildungsort: Ausbildungsbetrieb und Berufsschule

Was macht der Anlagenmechaniker/-in

Der Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik arbeitet sowohl im Innen- und Außenbereich der Altbausanierung und im Neubau. Der Aufbau und die Inbetriebnahme sämtlicher technischer Geräte im Sanitär-, Heizungs- und Klimabereich, das Verlegen von Rohren und Rohrleitungen sind die Aufgaben des Anlagenmechanikers. Fächerübergreifend werden sich Kenntnisse in der Elektrik, Elektrotechnik, Brennstofftechnik, im Trinkwasserschutz und vielen mehr angeeignet.

Beschäftigungsbetriebe für Anlagenmechaniker

  • Handwerksbetriebe im Heizungs-, Sanitär – und Klimabau
  • Versorgungstecnische Installationsbetriebe
  • Instandsetzung in der Industrie

Anforderungen an Anlagenmechaniker

  • körperliche Konstitution (Tragen schwerer Teile)
  • Geschicklichkeit und Maßgenauigkeit sowie handwerkliches Geschick
  • Umsicht und Schwindelfreiheit (Arbeiten auf Leitern und Gerüsten)
  • Sorgfalt im Umgang mit brennbaren Materialien und Stoffen

Schulfächer für Anlagenmechaniker

  • Technik (Gerätetechnik, technisches Zeichnen, Werkstofflehre und Metallbearbeitung)
  • Mathematik (Volumen- und Heizkostenberechnungen, Verbrauch, Raumgrößen)
  • Physik (Eigenschaften von Flüssigkeiten, Gasen und Feststoffen, Brennwerte, Energie)

Monatslohn (tariflich) in der Ausbildung des Anlagenmechanikers

  • 1. Ausbildungsjahr: 600 €
  • 2. Ausbildungsjahr: 611 €
  • 3. Ausbildungsjahr: 686 €
  • 4. Ausbildungsjahr: 723 €

Elektroniker/in der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik

Ausbildungsdauer: 3,5 Jahre
Ausbildungsart: Duale Ausbildung in Industrie und Handwerk
Ausbildungsort: Ausbildungsbetrieb und Berufsschule

Was macht der Anlagenmechaniker/-in

Elektroniker/in der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik arbeiten sowohl im Innen- und Außenbereich der Altbausanierung sowie im Neubau an technischen Anlagen der Energieversorgung. Dabei verlegen sie Elektroleitungen und stromführende Kabel, montieren Steuerung- und Regeleinrichtungen und messen sowie regulieren elektronische Steuerungssysteme. Des Weiteren arbeiten sie in den Bereichen Telekommunikation an Fernmeldenetzwerken für den Breitbandempfang.

Beschäftigungsbetriebe für Elektroniker

  • Handwerksbetriebe des Elektrotechnikerhandwerks
  • Versorgungstechnische Installationsbetriebe
  • Instandsetzung in der Industrie

Anforderungen an Elektroniker

  • Technisches Verständnis in den Bereichen Elektronik und Elektrotechnik
  • Geschicklichkeit und Maßgenauigkeit im Umgang mit elektronischen Bauteilen
  • Umsicht und Schwindelfreiheit (Arbeiten auf Leitern und Gerüsten)
  • Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein beim Prüfen elektrischer Anlagen

Schulfächer für Elektroniker

  • Technik (Gerätetechnik, Elektrotechnik, Elektronik, Schaltkreise)
  • Mathematik (Berechnungen von Materialbedarf, Widerständen, Stromkreisen)
  • Physik (Eigenschaft von Strom, Spannung und Energie)
  • Informatik

Monatslohn (tariflich) in der Ausbildung des Elektronikers

  • 1. Ausbildungsjahr: 360 – 660 €
  • 2. Ausbildungsjahr: 380 – 710 €
  • 3. Ausbildungsjahr: 410 – 830 €
  • 4. Ausbildungsjahr: 435 – 910 €

Industriekletterer/-in

Ausbildungsdauer: mehrtägige oder wöchentliche Schulungen
Ausbildungsart: weiterführende Qualifizierung
Ausbildungsort: spezialisierte Schulungszentren

Was macht der Industriekletterer/-in

Der Industriekletterer/-in seilt sich von Hochhäusern, Kirchtürmen, Windrädern und anderen hohen Bauwerken ab und muss dabei sein/ihr erlerntes Handwerk in hoher Höhe ausführen. Dabei kann es sich sowohl um Montagearbeiten und Bauarbeiten handeln, es werden aber auch Arbeiten wie Elektroinstallationen, Malerarbeiten, Dachdeckerarbeiten sowie Spenglerarbeiten und vieles mehr in hoher Höhe durchgeführt.

Beschäftigungsbetriebe für Industriekletterer

  • Industrie und Handwerk

Anforderungen an Industriekletterer

  • Profi in seinem jeweiligen Handwerksbereich
  • Geschicklichkeit und Maßgenauigkeit (exakte Positionierung von Ankerpunkten)
  • Schwindelfreiheit (Arbeiten in hoher Höhe und unter erschwerten Bedingungen)
  • Körperliche Konstitution (gute Ausdauer, Kraft und Gleichgewichtssinn)

Schulfächer für Industriekletterer

Bildnachweis: schwindelfrei am Bau – Martin Abegglen Bangkok Construction WorkersCC BY-SA 2.0

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.