Barrierefreies Leben mit Kind

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Barrierefreies Leben ist schwierig genug, genauso das Leben mit einem Kind im Haushalt. Wie schwer muss es da erst sein, einen barrierefreien und kinderfreundlichen Lebensraum für körperlich behinderte Eltern oder Kinder zu schaffen? Was schier unmachbar klingt, ist vor allem mithilfe der richtigen Möbel und der passenden Wohnräume kein unstemmbares Projekt. Barrierefreiheit und Kinderfreundlichkeit lassen sich vereinen.

Behinderung bei Kindern

Eine barrierefreie Umgebung für ein behindertes Kind ist realisierbar. Je nach Art und Schwere der Behinderung braucht ein behindertes Kind vor allem Freiraum und der Wohnraum, der fürs Kind zugänglich ist, sollte frei von Gefahren gestaltet werden. Behinderte Kinder entwickeln häufig nicht die Reife, um beispielsweise nicht in die Steckdose zu fassen oder ausreichend Abstand zur teuren, großen Chinaporzellan-Vase auf dem Wohnzimmerboden zu halten. Es darf Räume geben, zu denen das Kind keinen Zutritt hat, beispielsweise das Schlafzimmer der Eltern oder eine Speisekammer. Diese Räume dürfen keine Durchgangsräume sein, denn sonst kann das Kind Schwierigkeiten dabei bekommen, seine Ziele im Wohnraum zu erreichen. Sie sollten vor allem ständig verschlossen bleiben, damit sich das Kind nicht doch dahin verirrt. Für ein spezielles Bett, Maschinen und Geräte sowie für die tägliche Pflege muss das barrierefreie Kinderzimmer ausreichend groß und möglichst schlicht und zweckmäßig möbliert sein. Schränke und Regale sind optimal zur Schaffung von Stauraum, Dekoration sollte fürs Kind unerreichbar angebracht werden. Eine schön bemalte oder tapezierte Wand ist mehr wert als eine filigrane Deko auf jedem Regal.

Behinderung bei Eltern

Sind die Eltern behindert, erschwert das die Situation oft noch viel mehr als mit einem behinderten Kind. Die Eltern müssen ihren Nachwuchs versorgen können, sodass die Möbel der Erwachsenen und der Kinder sich angleichen müssen. Babybetten, Wickeltische und Regale fürs Babyzimmer müssen niedrig sein, damit beispielsweise Eltern im Rollstuhl gut an alles herankommen. Ein großes, geräumiges Kinderzimmer ist auch hier ein Muss. Auch die Möbel, die später nachkommen, müssen so gemacht sein, dass behinderte Eltern alles erreichen. Auch im Büro sind behindertengerechte Möbel eine Notwendigkeit: höhenverstellbare Tische zum Arbeiten und spezielle Stühle sind dabei nur einige Beispiele. Gefahrenstellen im Wohnraum müssen gesichert sein, denn oft wird es behinderten Eltern schwer fallen, schnell genug bei einem Kind zu sein, das im Begriff ist, gefährlichen Blödsinn anzustellen. Schutzvorrichtungen für Steckdosen und scharfe Kanten (oder Verzicht auf scharfkantige Möbel) helfen, Gefahren zu minimieren.

Barrierefreiheit unterwegs

Behinderte Kinder haben unterwegs weniger Schwierigkeiten mit der Barrierefreiheit als Eltern. Wohl aber fällt es behinderten Eltern schwer, gerade mit jüngeren Kindern nach draußen zu gehen. Ein älteres Kind oder ein Teenager kann bereits neben den Eltern herlaufen, erkennt Gefahren und kann mit zunehmender Reife den Eltern helfen. Glücklicherweise gibt es die Möglichkeit, etwa den Kinderwagen so umzubauen, dass auch eine behinderte Mutter oder ein Vater mit einem Baby oder einem Kleinkind unterwegs sein kann. Es handelt sich um Spezialanfertigungen, die sehr oft individuell gestaltet werden müssen. Für Eltern im Rollstuhl sehen sie noch einmal anders aus, je nach Art des Rollstuhls kann das Kind sogar einen eigenen Anbau am Rollstuhl des Elternteils bekommen.

Hilfe bei barrierefreier Einrichtung

Leben mit einer Behinderung und die Schaffung einer barrierefreien Wohnumgebung ist schwer genug. Noch schwerer wird es, wenn ein Kind zur Welt kommt und versorgt werden will. Die Belastung wird weniger, je älter und eigenständiger das Kind wird, doch die ersten Jahre sind oft die schwierigsten. Auch für die Eltern, die häufig gar nicht wissen, wie sie den Wohnraum von Barrieren im Leben mit Kind befreien können. Dabei kann bereits eine Krankenkasse helfen. Viele Krankenkassen haben Programme zur Unterstützung ihrer behinderten Mitglieder, die auch zur Stelle sind, wenn Kinder zur Welt kommen. Sie beraten über Gefahren und Aspekte des aktuellen Wohnraums, die mit Kind zur Barriere werden können. Auch eine Familienberatungsstelle kann eine gute Anlaufstelle sein. Sie informiert über Fördermöglichkeiten, falls der Wohnraum durch die Geburt eines Kindes umgebaut werden muss. Auch, wenn eine barrierefreie Umgebung mit Kind nach viel Arbeit und auch Kosten wirkt – die Notwendigkeit von so viel Vorsicht wird nur einige Jahre dauern. Kinder werden schnell selbständig und können mit der Zeit auch den Eltern helfen, barrierefrei im Wohnraum von A nach B zu kommen.

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