Holz

War Holz lange Jahre in erster Linie als Baustoff für die Rahmenkonstruktion, Dachstühle und Verkleidungen bekannt, nimmt der Anteil an nachwachsenden Rohstoffen im Bausektor weiter zu – vor allem vor dem Hintergrund des steigenden Umweltbewusstseins in der Bevölkerung sowie aufgrund der vielfältigen Förderung von besonders energie- und umwelteffizienten Bauprojekten auf bundesdeutscher und EU-Ebene.

Nachdem Holz als Baumaterial noch bis in die Achtziger Jahre hinein überwiegend ohne Rücksicht auf eine nachhaltige Produktion und oft einhergehend mit der Zerstörung intakter regionaler Ökosysteme geschlagen wurde, wird heute in Europa und Nordamerika besonders auf die Herkunft des Materials geachtet.

So leidet die industrielle Holzproduktion noch heute unter dem schlechten Ruf der vergangengen Jahrzehnte. Längst hat sich der Handel neu organisiert und zahlreiche Sicherungsinstanzen wie etwa Qualiäts- und Herkunftssiegel sollen den Handel mit seltenen und Tropenhölzern unterbinden.

Heute stammt der Löwenanteil des in Nordeuropa gehandelten Bauholzes aus Nadelholzbeständen in Russland, einigen GUS-Staaten, von Baumplantagen in Südostasien und vor allem aus Kanada und dem skandinavischen Raum, wo die behutsame Forstwirtschaft die Nutzung des Holzes bei besonders nachhaltiger Erhaltung der natürlichen Bestände gewährleistet.

Zunehmend werden auch andere schnellwachsende Rohstoffe für den Hausbau wiederentdeckt, wie etwa Bambus oder Hanf, da der Fokus der Öffentlichkeit in den letzten Jahrzehnten einen klaren Trend von künstlicher zu natürlicher Baumasse aufweist.

Mit der Förderung von nachwachsenden Rohstoffen auf der einen Seite und energieeffizienten Immobilien auf der anderen gibt die EU dem privaten Bausektor neue Impulse und fördert gleichzeitig Innovationen auf diesem Gebiet. So gibt es bereits zahlreiche Beispiele an durchaus marktfähigen Konzepten für energieautarke oder familiengerechte Holzhäuser.

Woher kommt unser Holz?

Ob für Möbel oder Häuser, als Brennmaterial, Papier oder für Fußböden:

Holz gehört zu den vielseitigsten, nachwachsenden Rohstoffen. Wenn es aus ökologischer Waldwirtschaft stammt, ist es mit seiner positiven Ökobilanz und durch stetig nachfolgendes Aufforsten sogar besonders nachhaltig.

Holzernte

Holz ist ein vielseitiger Baustoff, wie der Einsatz des Rohstoffs Holz beispielsweise in der Bauindustrie Skandinaviens und Amerikas zeigt. Hier sieht man viel mehr neu gebaute oder sanierte Holzhäuser als in Deutschland.

In Form von Papier werden jährlich 70 000 Tonnen Holz allein in den deutschen Büros verbraucht. Das sind 20 Tonnen in 15 Minuten!

Das bedeutendste Einsatzgebiet von Holz ist hierzulande aber die Möbelindustrie.

11,1 Millionen Hektar ist Deutschlands Waldfläche groß. Das sind etwa 31 Prozent der Fläche unseres Landes. In den letzten Jahren hat die Holzerzeugung an Umfang beträchtlich zugenommen. So erzielte die deutsche Holzindustrie in ihrer Gesamtheit mit 1,2 Millionen Beschäftigten einen Vorjahresumsatz von 170 Milliarden Euro.

Nachhaltiges Holz aus deutschen Wäldern

Das bedeutende wirtschaftliche Aufkommen der deutschen Holzwirtschaft unterliegt strengen Nachhaltigkeitsregeln.

Holz wächst zwar ständig nach, aber abhängig von den unterschiedlichen Arten dauern die Wachstumsphasen unterschiedlich lange. In verschiedenen Regionen unserer Erde bleiben diese natürlichen Abläufe unbeachtet. In Malaysia oder in Brasilien beispielsweise sind die tropischen Wälder durch exzessiven Raubbau bedroht.

Zertifizierte Qualität

Die profitorientierte Vernichtung der ?grünen Lungen? unserer Erde führte 1993 zur Gründung des „Forest Stewardship Council“, kurz FSC. Die weltweit tätige Umweltorganisation entwickelte gültige Standards für eine umweltverträgliche und sozial gerechte Holzwirtschaft, denen auch die deutschen Holzproduzenten folgen. Für jeden gefällten Baum wird ein neuer Baum gepflanzt. Ein Schrumpfen der Reserven wird somit gezielt vermieden.

Das vom FSC erteilte Gütesiegel signalisiert den Verbrauchern, dass ihre Holzprodukte aus einer konsequent nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder stammen.

Prima Klima

Holz ist rundum umweltfreundlich: Der Abbau oder die Verbrennung bewirken keinen negativen Anstieg der Ökobilanz, denn ein Baum bindet zu seinen Lebzeiten größere Kohlendioxidmengen, als bei seiner Verarbeitung oder Verbrennung abgegeben werden.

Wenn Holz aus deutschen Wäldern verwendet wird, müssen keine großen Transportwege bewältigt werden.

Auch Abfall fällt nicht an: Hackschnitzel oder Sägespäne werden zu Papier und Faserplatten verarbeitet oder sie halten moderne und effektive Heizsysteme in Gang. Haben Holzprodukte trotz aller Langlebigkeit einmal ausgedient, werden sie in Strom oder in Wärme verwandelt.

Holz als Werkstoff

Holz, Metall und Stein sind die gebräuchlichsten Werkstoffe, mit denen Bauwerke und Bauteile errichtet werden. Jeder dieser Werkstoffe besitzt Vor- und Nachteile. Bei der Auswahl muss deshalb immer das Für und Wider gegeneinander aufgewogen werden.

Holz als Werkstoff

Weiches Holz für einfache Konstruktionen

In unseren nordeuropäischen Breiten sind die Nadelhölzer von Tanne und Fichte die Holzarten, deren Vorkommen nahezu unerschöpflich sind. Sie finden ihre Anwendung vor allem als das sogenannte Konstruktionsholz. Aus ihnen werden Holzleisten, Bretter, Kanthölzer und Balken geschnitten, die für Dachstühle und sämtliche einfachen Holzkonstruktionen verwendet werden. Auf dem Bau dienen sie als Unterkonstruktion und als dekorative Wandverkleidung erfüllen sie ebenfalls ihren Zweck. Dieses Konstruktionsholz ist preiswerter als alle anderen Holzarten. Fichte und Tanne sind jedoch sehr weiche Hölzer. Ihre offene Zellstruktur macht sie besonders angreifbar gegen Feuchtigkeit, was zum schnellen Verfaulen des Holzes führt.

Vorteile von Weichholz

  • jederzeit vorhanden
  • universell einsetzbar
  • preisgünstig
  • leicht zu verarbeiten

Nachteile von Weichholz

  • sehr weich
  • deshalb weniger dauerhaft
  • anfällig gegen Fäulnis

Einheimische Harthölzer für Möbel und Bauteile

Einheimische Laubhölzer von Buche, Eiche, Ahorn und anderen Baumarten sind wesentlich härter in ihrer Zellstruktur. Ein Eichenbalken z. B. im Dachstuhl eines historischen Bauwerkes kann viele Jahrhunderte überdauern. Diese Hölzer werden zu einem großen Prozentsatz für die Herstellung von Echtholzmöbeln, edlen Türen und Verkleidungen, Treppen und vielen anderen Dingen verwendet. Sie zeichnen sich durch eine größere Härte des Holzes aus und verschiedene Sorten sind bei entsprechender Beschichtung auch für den Außenbereich geeignet. Die Bäume dieser Hölzer benötigen jedoch ein längeres Wachstum und deshalb ist das Holz teurer als das von Fichte und Tanne. Außerdem sind diese Hölzer schwerer und stellen deshalb höhere Anforderungen an das gesamte Bauwerk.

Vorteile einheimischer Harthölzer

  • festes Holz mit Dauerhaftigkeit
  • schöne Maserung als Sichtholz
  • leicht zu verarbeiten
  • nur bedingt anfällig gegen Feuchtigkeit

Nachteile einheimischer Harthölzer

  • höheres Gewicht
  • teurer als Konstruktionsholz
  • geringeres Vorkommen

Europäische und tropische Edelhölzer für innen und außen

Die dauerhaftesten Hölzer, die deshalb im Fachhandel auch Gartenhölzer genannt werden, sind Hart- und Edelhölzer. Zu ihnen gehören aus europäischem Anbau beispielsweise die Lärche, Douglasie, Unterarten der Eiche und Kiefer. Aus Übersee stammen Bangkirai, Massaranduba und andere Tropenhölzer.

Diese Gartenhölzer stammen von langsam gewachsenen Bäumen und besitzen deshalb eine besonders kompakte Zellstruktur. Das Resultat ist ein sehr hohes Gewicht des Holzes und eine wesentlich bessere Feuchteresistenz als bei Weichhölzern. Deshalb gehören diese Hölzer der Dauerhaftigkeitsklasse 1 oder 2 an. Ihr Aufwand an Versiegelungen ist zwar unterschiedlich. Dennoch besitzen sie überdurchschnittlich gute Eigenschaften bei der Anwendung im Freien, in Schwimmbädern oder als Terrassendielen. Ein Massarandubaholz z. B. kann ohne gesteigertem Aufwand an Versiegelung viele Jahre lang der Feuchtigkeit ausgesetzt werden. Ein Ölauftrag dient vorrangig als UV-Schutz gegen das lästige Vergrauen dieser Hölzer.

Vorteile europäischer und tropischer Edelhölzer

  • Einstufung in höchste Dauerhaftigkeitsklassen
  • Verwendung im Freien nahezu unbedenklich

Nachteile europäischer und tropischer Edelhölzer

  • hoher Preis
  • hohes Gewicht
  • größerer Aufwand bei der Verarbeitung

Holz als Werkstoff im Zusammenhang mit der Ökologie

Die Forstwirtschaft war vor vielen Jahrzehnten Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit. Sicher gibt es Ausnahmen und die Abholzung der Tropenwälder ist ein gravierendes Problem mit verheerenden Ausmaßen auf das Weltklima. Deshalb müssen Käufer von Tropenholz beim Kauf darauf achten, dass dieses Holz mit dem FSC-Siegel gekennzeichnet ist. Es verweist auf darauf, dass dieses Holz aus kontrolliertem Einschlag stammt.

Holz als Werkstoff bietet deshalb insgesamt gesehen eine hervorragende Grundlage für nachhaltiges Bauen.

Innenarchitektur: Natürliches Bauen mit Holz

Innenarchitektur ist an Trends gebunden, vielleicht noch mehr als Architektur im Außenbereich. Während Möbel stark wechselnden Moden unterliegen und innerhalb weniger Jahre ausgetauscht werden, sind die Gestaltung von Decke, Fußboden und Wänden langlebig. In der Innenarchitektur herrscht seit einigen Jahren eine Tendenz, möglichst viel mit Naturmaterialien zu arbeiten. Nachhaltig gewonnene Produkte wie Holz, Stein, Kork, Textilien und Papier dominieren gegenüber den vorher bevorzugten Verbund- und Kunststoffen.

Wandverkleidungen

Holzverkleidungen lassen sich nicht nur als umlaufende Paneele bis auf Hüfthöhe an Wänden anbringen, wie dies aus Großmutters guter Stube bekannt ist. Eine Wand kann vollständig mit Holz verkleidet werden, mit massiven, glatt polierten Holzplatten ebenso wie mit nach Art eines Sichtschutzes zusammengefügten Brettern. Naturbelassen und naturfarben ist bei Wandverkleidungen ebenso möglich wie schreiend bunte Muster, einheitlich rot, gelb oder lila – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Besonders beliebt sind massive Holzplatten von enormer Größe und Dicke, in die Regalbretter als Aufbewahrungsmöglichkeiten und Ausstellungsfläche eingelassen sind. Diese Stücke sind sehr schwer und so gearbeitet, dass sie dreidimensional in den Raum hineinragen, also die Wandfläche in den Raum hinein verschieben und eine Verbindung zwischen dem Raum selbst und seiner Grenze (der Wand) schaffen. Bei diesen Wandpaneelen ist die Maserung stark herausgearbeitet, sie betonen die Natürlichkeit des Materials und erzeugen eine beeindruckende Wirkung.

Decke und Boden

Decken werden meist einfach gestrichen oder mit Tapeten verkleidet. Seltener findet man Stuck und Styropor als Gestaltungsmittel, und eine Holzdecke wird kaum noch erstellt. Dabei bietet Holz als Material wunderbare Möglichkeiten der Deckengestaltung. Neben einer einfachen Verkleidung in warmen Tönen und interessanter Struktur kann eine kassettierte Decke dreidimensionale Wirkung entfalten und den Raum nach oben optisch öffnen. Korkverkleidungen lassen Räume niedriger und sehr warm wirken, während helle Holzdielen eine parkettartige Wirkung erzielen. Feine Mosaike aus Holzplättchen können nach den Mustern eines M. C. Escher optische Täuschungen vorgaukeln, Tiefenwirkung erreichen, Räume in die eine oder andere Richtung strecken, nach oben öffnen oder schlicht den Blick lenken. Ähnliche Effekte lassen sich auf dem Boden erzielen, der eine zweite horizontale Ebene darstellt und das Pendant zur Decke bildet. Korkböden sind angenehm, sie strahlen Wärme aus und dämpfen Geräusche. Parkett, Dielen und Holzmosaike wirken sehr edel, sind aber auf dem Fußboden nicht so pflegeleicht.

Treppen, Balustraden, Geländer

Neben den genannten Möglichkeiten der eher flächigen Gestaltung wird Holz im Innenbereich für Treppen, Geländer und Balustraden eingesetzt. Während Treppenstufen und deren Unterbau noch relativ flächig wirken und in der Verbindung mit Stahl und Glas durchaus interessante Gestaltungsmöglichkeiten bieten, sind Geländer und Balustraden unter Umständen recht fragile Gebilde. Handgedrechselt sind sie wunderschön und können moderne Lösungen des Innendesigns erlauben oder Anleihen an vergangene Stile zeigen.

Holz im Außenbereich

Im Außenbereich ist Holz in Deutschland noch recht selten verbaut, weil das Material relativ empfindlich ist und sich bei nassem Wetter mit vielen Temperaturschwankungen leicht verzieht. Es muss dementsprechend gut gepflegt und häufig erneuert werden. Eine Alternative sind Tropenhölzer, die im Außenbereich gut eingesetzt werden können. Sie sind härter als die heimischen Holzsorten, relativ unempfindlich gegen Schädlinge und sehen wunderschön aus. Allerdings gilt es heute nicht mehr als „politisch korrekt“, Hölzer aus gefährdeten Waldbeständen zu beziehen.

Thermisch veränderte Hölzer …

… bilden eine angenehme Alternative zu Tropenhölzern. Sie sind ebenso wetterbeständig und reißfest, verziehen sich nicht, quellen nicht und sind unempfindlich gegenüber Schädlingen. Sogenanntes Thermoholz entsteht, wenn heimische Hölzer unter dem Ausschluss von Sauerstoff stark erhitzt werden. Die Temperaturen und die Dauer der Erhitzung variieren dabei. Generell ist es so, dass Hölzer bei stärkerer und längerer Erhitzung härter werden. Das Holz verändert auch seinen Farbe. Thermoholz weist die eigentlich nur von Tropenhölzern bekannten dunklen Rottöne auf, obwohl es sich dabei um einheimische Holzarten wie Kiefer, Fichte, Buche und Esche handelt.

Verkleidungen, Böden, Möbel

Früher war es üblich, das Skelett eines Hauses aus Holz zu erstellen. In Fachwerkbauten ist dies heute noch sichtbar. Heutige Bauweisen mit viel Stein als Material und möglichst niedrigen Kosten lassen das nicht mehr zu, Holz wird nur noch als Verkleidungen eingesetzt. Allerdings kann in den letzten Jahren beobachtet werden, dass auch Böden von Balkonen und Terrassen sowie Geländer und Sichtschutz aus Holz erstellt werden. Hölzer sind im Außenbereich niemals so langlebig wie Stein, aber mit einer entsprechenden Pflege lohnt sich die Investition dennoch. Vor allem Garten- und Terrassenmöbel aus Holz sind wunderschön und durch Kunststoffmöbel nicht zu ersetzen.

Fotos: © Gebi sowie © slast20 – Alle Fotolia.com

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